12 November 2017

Gastpost: Ein Mann spricht über Abtreibung

Nachdem mein Abtreibungspost am letzten Sonntag so riesig hohe Wellen geschlagen hat, kommt heute etwas völlig anderes. Ein Mann hat sich inmitten der vielen Facebook-Kommentare gefunden und sich für einen Gastpost zur Verfügung gestellt.

Und nun will ich gar nicht länger weitererzählen, sondern übergebe das Wort an Pascale!

Liebe Leser,
mein Name ist Pascale und ich bin seit über 10 Jahren leidenschaftlicher Blogger. Ich wohne in Berlin und wurde im Jahr 1974 geboren. Seit dem Frühling 2017 bin ich zum zweiten Mal verheiratet und habe einen kleinen Sohn aus erster Ehe.

In meinem Internet-Tagebuch http://pascale1974.myblog.de/ findet Ihr meine Gedichte und Gedanken, sowie diverse Einträge über mein Leben als ganz normaler Mensch.
Ich freue mich darüber, Euch meine Gedanken zum Thema: "Abtreibung" präsentieren zu dürfen.

"Im Zweifel für das Kind"

Vorab möchte ich klarstellen, dass ich keiner Religionsgemeinschaft angehöre, damit meine Meinung nicht ins Zwielicht gerät.

Seit dem ich 20 Jahre alt bin, habe ich mir immer ein Kind gewünscht. Tief in mir ist dieser "Urtrieb" verankert, der meinen Kinderwusch erzeugte. Seit der Geburt meines Sohnes merke ich, dass ich ein Vollblut-Papa bin. Ich lernte ein Gefühl kennen, dass ich vor der Geburt nicht kannte und das unbeschreiblich intensiv ist.

Mir gefällt das lebendige Wesen der Kinder und ich halte es für eine wichtige Aufgabe im Leben eines Menschen, ein Kind ins Erwachsenenleben zu begleiten. Man kann soviel von einem Kind lernen und entdeckt sich bei der Erziehung immer wieder neu.

Der "Kinderwunsch" kann für ein Paar ein sensibles Thema sein. Der Mann ist seiner Partnerin in jeder Hinsicht voll ausgeliefert, denn die Natur hat es so gewollt, dass die Frau letztendlich über das werdende Leben "richtet". Es wird nie den "perfekten" Zeitpunkt für ein Kind im Leben geben. Entweder ist der Job wackelig oder der potentielle Partner fehlt. Aus meiner Sicht sollte jedes Leben eine Chance bekommen, wenn die eigene Gesundheit nicht gefährdet ist oder das Kind nicht während einer Vergewaltigung gezeugt wurde. Ich stelle mir oft die Frage, warum ein Kind heutzutage eher als "Hemmschuh" im eigenen Leben gesehen wird und nicht als eine Bereicherung? Für eine Abtreibung mag es viele subjektive Gründe geben. Zu der Meinung einiger Frauen, dass der "Bauch ihnen" gehöre und somit eine Entscheidung über ein wachsendes Leben impliziert wird, möchte ich an dieser Stelle keine Stellung beziehen. Für mich gibt es auch einen Zusammenhang zwischen der sich wandelnden Gesellschaft, dem Freiheitsdrang und den sinkenden Geburtenraten in den "westlichen Ländern", aber das wäre ein Kapitel für sich.

Jeder Mensch, der Sex hat, muss damit rechnen, das daraus ein Kind entsteht.  So simpel diese Worte klingen mögen, so unverständlicher ist es für mich, dass Menschen über eine "plötzliche" Schwangerschaft überrascht sind und dann ein Kind als Widerspruch zu Ihrer eigenen "Freiheit" sehen. Warum haben sie damit nicht vorher gerechnet?

Für mich sind Kinderstimmen "Zukunftsmusik"! Ich möchte mit dem Zitat von Sören Kierkegaad "In den Kindern erlebt man sein eigenes Leben noch einmal, und erst jetzt versteht man es ganz" meinen Beitrag zum Thema "Abtreibung" schließen.

An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an Pascale, für seinen Gastpost.

Wie sieht eure Meinung zum Thema aus?
Steht ihr Abtreibung positiv, negativ oder neutral gegenüber?

Kommentare:

  1. Ich würde an dieser Stelle aber ganz klar sagen, dass dies nicht die Aussage eines Mannes im Sinne der Verallgemeinerung ist, sondern eines Menschen.
    Ich kenne genug fälle, wo die Männer ihre Partnerinnen und teilweise Ehefrauen zu eine Abtreibung gedrängt haben(teils Erfolgreich), wo es eben den Männer wichtig war, keine persönliche Freiheit aufzugeben oder gar Verantwortung zu übernehmen.
    Auf der anderen Seite, kenne ich eben auch Beispiele, wo Mann bereit war, die volle Verantwortung übernehmen, und die Frau dann folgendes verlauten ließ: "Bevor du mit dem Kind dann Glücklich bist, bring ich es lieber um."
    Ich stand daneben und hab echt geschluckt.
    In meinen Augen gibt es da keine männliche oder weibliche Sicht, sondern nur diverse menschliche Meinungen, die sehr individuell sind.

    lg
    Krystan

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Krystan,

    ich bin der Autor dieses Beitrags. Vielen Dank für Deine Meinung.
    Grundsätzlich möchte ich erwähnen, dass es sich bei meinem Gastbeitrag um keine wissenschaftliche Analyse, sondern um meine allgemeine Meinung zu dem Thema handelt.
    Vielleicht gibt es, wie Du erwähnst, eine geschlechterlose Meinung zu diesem Thema, welche sehr individuell ist. Dennoch vermute ich, dass es in einigen Unterpunkten dieses sensiblen Themas dann doch eine männliche und weibliche Sichtweise geben kann ("Der Bauch gehört mir").
    Freue mich über weitere Meinungen
    Grüße
    Pascale

    AntwortenLöschen
  3. Hallo Pascale,
    ich habe gerade schon im eigentlichen Post kommentiert mit meiner Meinung und Einstellung.
    Deine Einstellung zu Kindern und zu dem Thema Abtreibung ist einfach toll. Allerdings gibt es da teilweise schon weibliche und männliche Tendenzen. Ich habe schon viele Varianten erlebt. Natürlich gibt es sehr viele Möglichkeiten, dem Kind eine Chance geben zu können und sei es, das Kind direkt nach der Geburt zur Adoption freizugeben. Es gibt die Möglichkeit zur anonymen Entbindung und eben auch Babyklappen. Eine Möglichkeit, die doch öfters angenommen wird. Es ist immer eine Überlegung wert.
    Die Sache mit dem eigenen Körper....ja, das ist so eine Sichtweise. Natürlich sollte der eigene Körper unantastbar sein und die Entscheidung was damit geschieht, natürlich bei dem jeweiligen Menschen liegen, nur sieht es eben im Rahmen einer eingetretenen Schwangerschaft etwas anders aus.
    Aber diese "hätte-wärste-dann" Logik, gibt es bei mir eigentlich nicht.

    Es gibt viele Möglichkeiten. Ich verurteile keine Frau, die abtreiben möchte oder es bereits getan hat. Letztendlich ist es schwierig, sich in die jeweilige Situation reinzuversetzen, nur sollte mit dieser Möglichkeit nicht gewissenlos umgegangen werden. Eine Abtreibung sollte stets die Letzte aller Möglichkeiten sein. Und es hat schon einen Grund, warum zwischen Beratung und Durchführung einer Abtreibung mindestens drei Tage liegen sollten. Viele Entscheidung werden da nochmals überdacht.

    Viele Grüße, Marie

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Marie,

      es ist interessant, Deine neutrale Meinung als Ärztin zu lesen.
      Ich finde, dass sich jede Frau, die abtreiben möchte oder jeder Mann, der einer Frau die Abtreibung nahe legt, Bilder im Internet von abgetriebenen Föten ansehen sollten. Das waren kleine Lebewesen mit Kopf, Körper, Armen und Beinen. Ich verstehe sowas nicht (außer bei den genannten Gründen Vergewaltigung oder eigene Gesundheit).
      Gar kein Verständnis habe ich für Frauen, die schon mehrmals abgetrieben haben, so nach dem Motto: Party ja, Kind nö.
      Aber das ist meine (subjektive) Meinung zu diesem Thema.
      Es ist schön hier in einen Gedankenaustausch zu kommen.
      Viele Grüße
      Pascale

      Löschen